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« Eine Nachricht, die Lauriell veränderte
12.02.2009
» Gruselgeschichten » Rettendes Gefühl
NR
Alles war wie immer. Wie immer, wenn ich bei meiner besten
Freundin Lulu war. Wir saßen in ihrem dunklen Zimmer auf der
Couch und schauten uns, wie übrigens immer, einen Horrorfilm an.
Sonst waren es Filme ab 18. Heute ,ausnahmsweise, war es ein Film
ab 16. Trotzdem war er mir noch gruselig genug.
Na ja ,es gibt Unterschiede zwischen Horrorfilmen und Horrorfilmen. Manche
sind einfach nur blutrünstig, doch andere, so welche wie dieser
hier, sind total geheimnisvoll ,mysteriös und einfach nur gruselig.
Aber eigentlich tut das nichts zur Sache. Jedenfalls war der Film
nun zuende und keiner von uns traute sich aufzustehen.
Nach einigen Minuten erbarmte ich mich und bewegte mich
langsam und widerwillig zum Bett. Nun erhobt sich auch Lulu endlich
und folgte mir. Ich war wirklich müde, aber als ich dann unter meiner
Bettdecke lag, konnte ich nicht einschlafen.
Mir war echt unbehaglich zumute. Als ich zu Lulu hinübersah, merkte ich ,dass
meine Freundin schon tief schlief. Wie still es hier war. Obwohl,
wenn ich genau hinhörte, war es eigentlich gar nicht so still.
Der Wind rüttelte laut an den Rollläden wie in einem klassischen
Horrorfilm. Ein leises Summen ließ mich aufhorchen. Ich richtete
mich auf und mein Blick fiel auf Lulus Computer, denn sie
versehentlicherweise angelassen hatte. Ich stieg leise, um meine
Freundin nicht zu wecken, aus dem Bett und tappte barfüßig zum
Computer.
Als ich mich gerade bücken wollte, um den Computer auszuschalten ,spürte ich
einen kühlen Luftzug. Ich drehte mich um und sah ein offenes Fenster. Komisch.
Ich war mir sicher, dass das Fenster eben noch geschlossen gewesen war. Ich schloss
es wieder und wollte gerade erneut ins Bett gehen als etwas anfing
zu knarren. Wie erstarrt blieb ich stehen. In diesem Moment hatte
ich mehr Angst als irgendwann sonst, obwohl ein Knarren ja nichts
Schlimmes sein muss. Die Angst kam ganz sicher aus dem vorher
gesehenen Horrorfilm. Ich traute mich kaum, mich umzudrehen.
Es knarrte immer noch bis es nach einigen Sekunden plötzlich verschwand. Ich schloss
die Augen, holte tief Luft und drehte mich mit einem Ruck um. Die Tür zu Lulus Zimmer
hatte sich wie von selbst geöffnet. Im ersten Moment dachte ich, einen Schleier
wahrzunehmen, doch ich musste mich getäuscht haben.
Sonst war nichts zu sehen. Oder doch. Aus dem Flur schien ein seltsam grünliches
Licht in den Raum. Einen Moment lang zögerte ich ,doch dann siegte meine Neugierde
über meine Angst. Ich schluckte sie herunter und verließ vorsichtig und auf alles, na ja
sagen wir fast alles, gefasst, Lulus Zimmer.
An Lulu selbst dachte ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, was ein großer Fehler war,
wie sich später herausstellen sollte.
Im Flur entdeckte ich sofort den Ursprung des geheimnisvollen Lichts.
Es kam von der Decke , genauer gesagt vom Dachboden. Ich sah nach oben ,konnte
aber sonst nichts Ungewöhnliches feststellen. Als ob ein ,mitten in der Nacht geöffneter
Dachboden ,mit grünlichem Licht nicht schon seltsam genug wäre.
Ich nahm all meinen Mut, denn ich noch hatte, zusammen und bestieg die
Leiter nach oben. Bei jeder Stufe knarrte die Treppe Als wäre diese schon uralt.
Als ich schließlich auf dem Dachboden stand, sah ich mich um. Eigentlich hätte mich
mein Verstand wieder nach unten ins Bett treiben sollen doch irgendwas,
irgendein Gefühl, gebot mir weiter zu gehen. Also ließ ich meinen Verstand außer
Acht, was man doch eigentlich nie tun sollte, und fasste den Entschluss , den Speicher
zu erkunden. Jeder Erwachsene wird wohl denken, dass das falsch war, denn sie
sagen ja immer ,,Handele mit Verstand" aber glaubt mir
, in dieser Situation war das die einzig richtige Entscheidung. Ich wusste es in diesem
Moment nur noch nicht. Alles hier oben war verstaubt und voller Spinnen. Hier standen
alte Möbel und Gerümpel ,als wären sie nie angerührt worden.
Beklommen und doch irgendwie sicher setzte ich einen Fuß vor den anderen.
Plötzlich knirschte etwas unter meinen Füßen . Ich sah nach unten und erblickte einen
menschlichen Knochenschädel. Ich erschrak so sehr ,dass ich nach hinten stolperte
und auf dem Hosenboden landete. Es kostete mich mehr als nur Überwindung, nicht
zu schreien.
Spätestens jetzt hätte jeder andere sofort den Weg zurück angetreten. Nicht so ich.
Der Schreck saß mir zwar immer noch tief in den Knochen ,doch da war wieder dieses
Gefühl, diese innere Stimme, die mir sagte ich solle weitergehen.
Trotzdem wuchs meine Angst nach dieser weniger erfreulichen Begegnung wieder.
Ich setzte also meinen Weg fort und versuchte die Überreste von toten Ratten nicht
zu beachten. Erst jetzt merkte ich das meine Müdigkeit von vorher verflogen war.
Der Speicher war endlos verzweigt und wie ein Labyrinth, das über das ganze Haus
gehen musste. Nun kam es mir in den Sinn, dass ich hier vielleicht gar nicht mehr
herausfinden würde. Aber für diese Erkenntnis war es leider zu spät. Eventuell gab
es ja auch gar keinen Rückweg , wer weiß was am Ende da auf mich wartete.
Ab und zu nahm ich seltsame Geräusche war, aus denen ich nicht heraushören konnte,
was es war. Trotz der Geräusche und meinen Vorstellungen über ein jähes Ende
meinerseits lief ich tapfer weiter. Bis....!
Ein markerschütternder Schrei ließ mich zusammenfahren. Ich erkannte sofort
Lulus Stimme.
Wie von einem Wespennest verfolgt, drehte ich um und rannte die verschiedenen
Wege und Kreuzungen zurück. Ich überlegte nicht wohin ich lief, meine Füße trugen
mich einfach. Vor meinen Augen machte sich ein Bild klar, von Lulu , wie sie...! NEIN!!
Das durfte ich gar nicht denken. Haltlos rannte und rannte und rannte ich. Erst als ich
den Aufgang zum Dachboden erreichte ,stoppte ich. Mittlerweile war es totenstill.
Tote machen keinen Lärm!!
Voller Angst stieg ich hastig die Leiter hinunter und raste in Lulus Zimmer.
Das Fenster der Balkontür stand weit auf und der Vorhang flatterte im Herbstwind.
Ich traute mich gar nicht ,einen Blick auf Lulus Bett zu werfen. Zu viel Angst hatte ich
vor dem was mich erwarten konnte. Schließlich drehte ich meinen Kopf doch wie in Zeitlupe
über meine linke Schulter
und blickte auf Lulus Bett. Es war leer! Wie von selbst bewegten sich meine Beine und liefen
zu Lulus Bett. Blutflecken !. Da waren Blutflecken. Jetzt merkte ich, dass auch auf dem
Boden bis zum Balkon überall Blut war. Ich war zu gelähmt um irgendetwas zu tun,
ich konnte noch nichteinmal weinen. Ich stand einfach nur stumm da. Nun wurde es
mir klar. Wäre ich nicht auf den Speicher gegangen, wäre auch ich wahrscheinlich
nicht mehr unter den Lebenden. Doch was war das auf dem Dachboden gewesen?
Ich wusste es nicht. Doch eins war klar, es hatte mir das Leben gerettet. Jetzt fiel mir
etwas ein. Als die Tür geknarrt hatte , da muss jemand Lulus Zimmer betreten haben.
Ich habe ja noch einen Schleier gesehen, war mir aber nicht ganz sicher.
Ich war mit Lulus Mörder in einem Raum gewesen. Ich war so egoistisch.
An Lulu hatte ich nicht gedacht ,als ich den Speicher betrat.Ich hätte ihren Tod verhindern
können. Wäre der Mörder jedoch auf den Dachboden gekommen ,wenn er im Zimmer
niemanden vorgefunden hätte? Wieso hat er mich eigentlich nicht erledigt ,als ich den Flur
betrat. Das waren alles Fragen, auf die ich wohl nie eine Antwort bekommen würde.
Und das tat weh. Es tat weh zu wissen, dass ich nie wissen werde ,wer meine beste
Freundin auf dem Gewissen hat und warum derjenige es getan hatte, wenn er überhaupt
einen Grund hatte, und wem ich beinahe selbst zum Opfer gefallen wäre.Was wäre ,wenn
Lulu nicht vergessen hätte ihren Computer auszuschalten, was wäre ,wenn ich nicht dieses
Licht bemerkt hätte ,als die Tür aufging. Was wäre ,wenn mir nicht mein Gefühl geraten hätte
weiter zu gehen. Was wäre ,wenn ich es nicht befolgt hätte. Was wäre ,wenn...!
,,Was wäre ,wenn du mal aufstehen würdest, Schlafmütze? Warum schläfst du eigentlich auf
meinem Schreibtisch? War mein Bett so unbequem?"
Wer war das? Ich kannte diese Stimme! Das war doch... . Ich öffnete die Augen einen Spalt
breit und mir wurde leicht ums Herz. Mit einem Ruck war ich auf den Beinen und warf mich
Lulu um den Hals.Eins wusste ich: keine Horrorfilme mehr.,, Ja.Auch Guten Morgen", meinte diese.
Ich habe übrigens einen neuen Horrorfilm für heute Abend besorgt. Super, oder ?"
Na toll , keine gute Idee, wirklich total super.!!!
alles lesen | 0 Kommentare | Vanessa | vanessanaujok@gmx.de
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