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18.08.2021
» Abenteuer » Nings Kanufahrt
NR 375
Es war ein angenehm kühler Sonntagmorgen als Ning, ihr Grossvater und ihre Grossmutter aufwachten. Der Wecker klingelte bei allen um 6:00Uhr, denn sie mussten früh aufbrechen um noch ein paar Fische angeln zu können. Nings Grossvater bereitete gerade das Frühstück vor, als Nings Handy klingelte. Sie ging ran, während sie sich fragte wer denn um 6:34 am Morgen anrufe. Es war ihre Freundin Lina, die auch beim Kanufahren dabei sein sollte. Sie nahm ab und fragte: "Hallo, Lina was ist denn?" "Lina
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11.12.2005
» Phantasie-Geschichten » |~Neue Leseprobe~|
NR 26
So, ich hab hier wiedermal eine kleine Leseprobe für euch!
Ich weiß, dass hier noch nicht viel geschehen ist, aber es würde mich wirklich sehr interessieren, was ihr dazu sagt.
Es kann auch gerne Kritik abgegeben werden.
Also - viel Spaß beim Lesen!

---
Übrigens: Da es sicher einigen schon bekannt ist, dass ein Buch von mir erscheinen wird, muss ich dazu etwas bekannt geben:
In drei Wochen (bzw. in einer, da ich dem Verlag mein "OK" zur Druckfreigabe bereits vor ca. 2 Wochen gegeben habe) werde ich meine ersten Autorenexemplare erhalten, das heißt dann, dass die Verkaufsbücher ca. eine Woche nachdem ich meine Bücher erhalten habe, im Internet zu bestellen sein werden, bzw. in Buchläden erhältlich sein werden.
Noch genauer kann ich erst werden, wenn ich die ersten Bücher habe

Danke,
Eure Hermione
---


Die dünnen Äste des Baums schlugen leise gegen das Fensterglas.
Das grelle Licht des Mondes erhellte das Zimmer fast gänzlich.
Wie spät es jetzt wohl war?
Charlie hatte keine Ahnung. Sicherlich spät.
Normalerweise müsste er schon längst im Bett liegen und schlafen, doch das tat er nicht.
Er wünschte sich zwar, dass er es könnte, aber …
Also saß er da, auf seinem Lieblingsplatz, seinem weichen Platz am Fenster, mit den weichen Kissen.
Die Beine hatte er angezogen, die Arme darum geschlungen, den Kopf ans kühle Glas gelehnt.
Obwohl das Zimmer nicht neben Charlies lag, konnte er seine Mutter leise schluchzen hören.
Es beunruhigte ihn nicht unbedingt, denn er kannte es.
Genauso gut kannte er es, hier zu sitzen- er tat es jede Nacht.
Immer, wenn er wieder feststellen musste, dass er nicht einschlafen können würde, dann stand er auf und setzte sich hierhin.
Heute war es jedoch irgendwie anders. Seine Mutter weinte lauter als sonst, hemmungsloser, sonst versuchte sie immer, es zu verstecken.
Außerdem drehte sie sich öfters unruhig im Bett herum, stand manchmal auf, ging ein paar Schritte, dann legte sie sich wieder hin.
Charlie wusste, dass es seiner Mutter wehtat. Aber ihm ganz bestimmt nicht.
Er krempelte sein linkes Hosenbein hoch.
Ein großer Bluterguss und mehrere blaue Flecken ließen sein Knie und die Wade aussehen wie eine Farbpalette.
Endlich war er fort. Endlich war sein Stiefvater abgehauen.
Charlie fragte sich ob seine Mutter mitbekommen hatte, dass sein Stiefvater ihn misshandelt hatte- oder hatte sie einfach nur weggeschaut?
Er hauchte das Glas an. Dann malte er mit der Fingerspitze ein Kreuz.
Irgendwo draußen heulte ein Hund kläglich.
Charlie bemerkte, wie er gähnte. Er erhob sich und kroch in sein Bett zurück.
Der knallrote, alte Wecker tickte monoton vor sich hin, während Charlies Augenlider immer schwerer wurden, bis er in eine seiner Traumwelten sickerte.


Doch sein friedlicher Schlaf wurde jäh durch ein leises Geräusch unterbrochen.
Charlie blinzelte schläfrig. Trotz seiner Müdigkeit setzte er sich erneut auf und schaute zum vergitterten Fenster.
Das Gitter gab es nur vor Charlies Fenster. Seine Mutter hatte es extra anbringen lassen, obwohl es sehr viel Geld gekostet hatte und die Familie wirklich jeden Cent zweimal umdrehen musste.
Es lag sicher nicht daran, dass Charlie so schlimm war, doch in nur kurzer Zeit waren mehrere Kinder einfach spurlos verschwunden; es war tief nachts, und immer, wenn man es nicht erwartete, verschwand das Kind.
Charlie fand das lächerlich und er kam sich wie in einem Gefängnis vor.
Er rieb sich die Augen. Auf dem Fensterbrett saß ein Falke.
Ja, ein Falke. Aber was hatte der hier zu suchen?
Noch dazu hatte der Falke seine bernsteingelben Augen auf Charlie gerichtet – als würde er ihm direkt in die Augen sehen wollen.
Ein wirklich prachtvolles Tier. Aber ein Seltsames.
Sein gesamtes Gefieder (so weit Charlie sehen konnte) war tiefschwarz.
Charlie hatte noch nie einen solchen Falken gesehen – überhaupt, hatte er nur ein einziges Mal einen Falken gesehen, nur aus der Ferne, und selbst da war er sich nicht ganz sicher, ob es auch ein Falke gewesen war.
Unbewusst lächelte er das Tier an.
Selbst als er wieder zum Fenster ging und es öffnete, flog der Falke nicht davon.
„Hey“, flüsterte Charlie, setzte sich und betrachtete den Falken interessiert. „Was willst du?“
Ich bin ja verrückt!, dachte Charlie und verzog das Gesicht, ich rede mit einem Vogel … und der – scheint mir zu zuhören!
Charlie wusste, dass es nicht ungefährlich war, bei einem solchen Tier die Hand auszustrecken (er hatte gelesen, dass der Schnabel und die Krallen messerscharf waren), aber irgendetwas sagte ihm, dass nichts Unheilvolles geschehen würde.
Mit größter Vorsicht berührte er das Gefieder an einem der Flügel.
Er konnte spüren, wie ein überraschtes Zucken durch den Körper des Falken ging.
Die wachsamen Augen schienen Charlie zu prüfen.
Nach einer Weile erlaubte ihm der Falke sogar, den kleinen Kopf zu berühren.
Während Charlies Zeigefinger über die weichen, glatten Federn fuhr, bemerkte er, dass ein dünnes Lederbändchen an dem Fuß des Falken befestigt worden war.
Das kleine Papierröllchen nahm er erst später wahr.
Es war ein wenig zerknittert und raschelte leise, als Charlie es aufwickelte.
Die Handschrift war geschwungen und schön, jedoch war die Nachricht sehr kurz:

Ich kenne dich.
Wir sollten uns unterhalten.

Mehr hatte die unbekannte Person nicht geschrieben.
Charlie drehte und wendete den Zettel mehrmals, als erhoffte er sich, dass dadurch etwas geschehen würde.
Er zuckte zusammen, als der Falke sich mit einem lauten Rascheln in die Lüfte erhob.
Eine eigenartige Nacht. Charlie beschloss, seiner Mutter nichts zu erzählen; vorläufig jedenfalls nicht.

Charlie zog es vor, zurückgezogen zu leben.
Er hasste jeden Lärm, Rummel und jegliche Art von Menschenansammlungen, die es sonst noch gab.
Seine Mutter konnte sich derzeit keine Privatschule leisten, die Charlies größter Traum war; wahrscheinlich würde dieser Traum nie in Erfüllung gehen.
Charlie zog die Nase kraus und rückte seine Nickelbrille zurecht. Nachdenklich stocherte er in seinen Cornflakes herum.
„Hallo, Charlie.“ Seine Mutter betrat die kleine Küche, ihre Stimme war zittrig.
Sie trug einen hellblauen, alten Morgenmantel und ihr Haar war völlig zerzaust, ihr gestriges Make-up war völlig verschmiert.
Während Charlie aß, hantierte sie an der Kaffeemaschine herum.
Dann setzte sie sich ihm gegenüber. „Gut geschlafen?“, fragte sie und versuchte dabei, fröhlich zu klingen.
„Ja“, antwortete Charlie kurz, obwohl er noch ein wenig müde war. „Mum, ich muss jetzt los. Wir sehen uns später.“
Damit schob er die Schüssel von sich, erhob sich und ging ins Vorzimmer.
„Bis später, Charlie“, rief ihm seine Mutter mit einer rauen Stimme nach, als die Tür schon beinahe ins Schloss gefallen war.
Draußen wehte ein eisiger Wind. Der Weg war teilweise gefährlich glatt durch das dünne Eis, der Schnee wässrig.
„He, Blacky!“, rief eine ihm bekannte, unfreundliche Stimme, „wie geht’s so? Was hab ich gehört, der Alte deiner Mum ist abgehauen? Wie dein feiger Dad?
Blackyboy, warum hast du’s plötzlich so eilig, Blacky?“
Tatsächlich hatte sich Charlies Schritttempo erhöht. Er blickte sich nicht um, da er ganz genau wusste, dass sie ihn verfolgten.
Strike, Matt und Bill, drei typische Schläger der Schule, die jeden und alle niedermachten, die sich gegen sie stellten – oder einfach nur aus Spaß.
Letzteres traf auf Charlies Fall zu. Er hatte ihnen nie etwas getan, doch seit der ersten Klasse an passten sie ihn ab, erpressten Geld und verprügelten ihn.
Charlie war weder zu klein oder zu schwach, um sich zu wehren; er war auch nicht hässlich oder dumm, dass sie ihn piesackten, nein, nichts traf auf ihn zu.
Er war sogar groß gewachsen und kräftig, hatte dunkelbraunes Haar und blaue Augen.
Als dumm konnte ihn wirklich niemand bezeichnen.
Nichts schien ihm leichter zu fallen als zu Lernen; er ging sogar sehr gerne zur Schule und er war wissensdurstig.
Doch er war nie derjenige gewesen, der jemanden schlug, anschnauzte oder sonst etwas Unhöfliches tat.
Sein Stiefvater hatte ihn geschlagen, weil Charlie nach dessen Ansicht viel zu verweichlicht war und sich nicht sonderlich für Football interessierte.
Stattdessen fraß er ein Buch nach dem anderen.
„Blacky!“, ertönte die Stimme erneut, und Charlies Instinkt befahl ihm, allmählich zu traben, „bleib doch stehen, oder hast du Angst?!“
Ich will nicht!, dachte Charlie, ich will das alles nicht mehr!
Und dann rannte er so schnell er konnte, bis die kalte Winterluft seine Lunge schmerzen ließ und er ein arges Seitenstechen verspürte.
Trotzdem rannte er weiter, und achtete nicht mehr darauf, ob Strike und seine dummen Anhänger noch zu hören waren.
Erst als er bei dem rostigen Tor der Schule angekommen war, wandte er sich um.
Niemand war mehr zu sehen.
Charlie legte die Hände auf seine Knie und verharrte in dieser Position, holte tief Luft und atmete wieder aus.
Plötzlich durchfuhr in ein dumpfer Schmerz. Jemand hatte ihm am Nacken gepackt.
Gleich darauf blickte er in Strikes grinsendes Gesicht und die geballte Faust, die seiner Unterlippe einen unangenehmen Riss zufügte.
Die Schulglocke läutete, und Matt oder Bill (wer auch immer ihn gepackt haben mochte) ließ ihn los, um Strike in die Schule zu folgen.
„Wir sehen uns nachher, Blackyboy!“, hörte er Strike brüllen, da die Schüler, die auf dem Hof gewartet hatten, jetzt in das Gebäude hineinströmten.
Charlie leckte sich über die Lippen.
Er schmeckte Blut. Hastig zog er ein Taschentuch aus seiner Jeans und presste es sich an die Lippe.
Mrs. Sundale war glücklicherweise noch nicht da.
Sicher würde sie ihn fragen, wie er sich verletzt hatte.
Charlie setzte sich an seinen Platz und räumte seine Bücher hervor.
Amanda, das Mädchen, das vor ihm saß, drehte sich zu Charlie um und grinste an.
Dabei entblößte sie ihre ekelhafte Zahnspange, in der die Essensreste hängen blieben.
Er erwiderte das Lächeln gezwungen.
„Hallo Kinder!“, rief eine barsche Stimme und alle erhoben sich blitzartig, „Setzt euch!“
Mrs. Sundale ließ ihre Unterlagen auf den Lehrertisch fallen und setzte sich bequemlich.
„Sind alle da? Raphael, hör auf in der Nase rumzubohren … Jessica, wo ist Maria?“
Die Lehrerin ließ ihren Blick durch die Klasse schweifen, wie sie es sonst auch immer tat.
Plötzlich blieb ihr Blick an Charlie hängen. Er hatte es befürchtet.
„Charlie, was hast du mit deiner Lippe gemacht?“, fragte sie, mit einem gewissen Unterton, den er über alles hasste; dabei ließ sie ihn nicht aus den Augen.
Charlie tat überrascht und berührte die kleine, aber stark blutende Wunde.
„Drauf gebissen, Ma’am. Ich bin draußen ausgerutscht und hab mir dabei auf die Lippe gebissen.“ Sein Herz klopfte ihm dabei bis zum Hals.
Mrs. Sundale schien ihn mit ihren Augen zu röntgen. Aber dann wusste sie nicht, was sie darauf sagen sollte und wandte sich von ihm ab.
Aber das letzte Wort war noch nicht gesprochen, das spürte Charlie.
Alle hatten sich nun wieder zu ihm umgedreht und musterten ihn argwöhnisch.
Der Unterricht begann und kroch dahin. Charlie langweilte zeitweise.
Er arbeitete ruhig an seinem Projekt für Biologie, während andere von Zeit zu Zeit leise schnauften.
Ein leises Klopfen ertönte und die Tür wurde geöffnet.
Mr. Peterson, ein netter, älterer Lehrer, steckte den Kopf zur Tür herein.
„Entschuldige, Martha. Könnte ich bitte Charlie Blackfire entbehren?“ Er schaute sich im Klassenzimmer nach Charlie um.
Als er ihn sah, winkte der Lehrer ihn mit der Hand zu sich.
„Natürlich, Steve. Kommt er wieder?“ Eine seltsame Frage.
„Ich weiß nicht so genau“, antwortete Mr. Peterson darauf.
Also packte Charlie seine Sachen wieder ein, stand auf und folgte Mr. Peterson.
Mrs. Sundale guckte ihnen hinterher. Charlie war froh, nicht länger über seine blutige Lippe diskutieren zu müssen.
Mr. Peterson führte Charlie direkt zum Büro des Direktors. Normalerweise hatte das nichts Gutes zu bedeuten.
„Mr. Peterson, wissen Sie zufällig, warum ich zum Direktor muss?“, ergriff Charlie das Wort.
Aber Mr. Peterson schüttelte nur den Kopf. „Tut mir Leid Charlie, ich hab keine Ahnung.“
Er öffnete Charlie die Tür. „Auf Wiedersehen, Charlie.“
„Setz dich, Charlie Blackfire!“, hörte Charlie den Direktor sagen, „aber mach vorher die Tür zu, bitte.“ Charlie gehorchte ihm.
Dann setzte er sich Mr. Owens gegenüber. Dieser saß in seinem über alles geliebten, grünen monsterartigen Ledersessel.
„Ich hab hier was für dich.“ Mr. Owens überreichte Charlie einen Brief. „Der Brief wurde durch meinen Türspalt geschoben. Er wurde an dich adressiert.“
Charlie nahm ihn zögernd an sich, wendete ihn.
Er betrachtete den Absender mit einem Stirnrunzeln; der Name war in Großbuchstaben grob in eine Ecke gekritzelt worden.
alles lesen | 6 Kommentare | *Hermine* | emma14@web.de
17.11.2005
» Phantasie-Geschichten » Zombie
NR 25
Another mother's breakin'
Heart is taking over
When the violence causes silence
We must be mistaken
It's the same old theme since 1916
In your head,
In your head they're still fightin'
With their tanks, and their bombs
And their bombs, and their guns
In your head,
In your head they are dying



"Was guckst’n so blöd, du fettes Stück Scheiße?",
Du malmst mit den Zähnen. Die alte Frau sieht dich weiterhin unverwandt an – ruft ihren Hund zu sich, dann: "Suchen Sie jemanden?", und du wünschst dir, du hättest deinen Gedanken laut gesagt. Man wie gerne hättest du doch den Ausdruck auf dem Gesicht dieser Tante gesehen.
Doch stattdessen kratzt du nur weiter mit der Schere die Papierfetzen von den Klingeln, "Nein", murmelst du leise, "ich erneuer' nur die Klingelschilder."
"Oh", die Alte nickt, sieht dich immer noch an als kämest du von einem anderen Stern, "und was wird erneuert?", sie schaut auf die Klingeln, die du bereits mehr oder minder säuberlich bearbeitet hast.
"Nichts, nur neue Schilder, damit's einheitlicher aussieht", antwortest du zerknirscht.
Oh man, die Schachtel nervt dich. Am liebsten würdest du ihr eine Kugel zwischen die Augen ballern. Bang! Und tot. Taktisches KO, yeah. Das haut rein.
Du musst innerlich grinsen. Würdest du natürlich nie äußerlich tun. Nein, bist ja ein liebes Kind. Oder jedenfalls die Kopie von einem.
Die Alte steht immer noch hinter dir, schaut dir über die Schulter als traue sie dir nicht wirklich. Du bist genervt, knallst - wohl etwas zu laut - die Schere gegen das Glas.
Es klirrt metallisch. Die Frau schüttelt den Kopf, dann verschwindet sie endlich im Haus und du streckst ihrem Rücken den Mittelfinger raus.
Hoffentlich, denkst du, hat das jetzt niemand gesehen, sonst bist du deinen Job auch los. Wer will schon einen pöbelnden Hausmanager. Vor allem in einem Nobelschuppen wie diesem.
Oh man, wie gern würdest du die ganzen Idioten hier raus prügeln, damit du auch endlich mal in die Sauna kannst. Hast sie ja schon oft genug von Innen gesehen... aber nur zum Säubern und da kommt keine richtige Entspannung auf.
Du stehst aus deiner Hockhaltung auf um dich zu strecken. Die Glieder knacken. Scheiße, bist du verspannt. Am liebsten würdest du dich jetzt einfach hinlegen und gar nichts mehr tun.
Aber Arschlecken, musst dich ja um die verdammten Anwohner kümmern. Diese reichen Leichen die nur noch stehen, weil sie etwa zwei Kilo Schminke drauf haben.
Echt, am liebsten würdest du weglaufen. Traust du dich aber eh nicht, bist ja ein liebes Kerlchen.
Du schaust nach hinten, als du quietschende Reifen hörst. Ein Auto nähert sich dir durch die schmale Einfahrt. Spießerauto, Audi, rot. Lächerlich. Spielzeugauto.
Du wendest dich ab, kratzt den Rest der alten Schilder weg. Was für eine erniedrigende Arbeit... oh man...
Jemand kommt von hinten an dich heran und du hörst die altbekannte Stimme: "Guten Morgen, allerseits", lispeln.
Genervt drehst du dich um und lässt die Schere senken. Der Hausmeister will an dir vorbei ins Haus - du hältst ihn auf, indem du schnell dazwischen springst. Während er dich verwundert ansieht, erklärst du ihm wieder aufs Neue, was es heißt, Hausmeister zu sein.
- Das Laub liegt schon seit Tagen rum, soll endlich mal Weg.
- Unkraut jäten, einmal durch die ganzen Beete.
- Der Gärtner empfiehlt Unkrautvernichter auf der Terrasse.
Und so weiter. Der Mann schenkt dir ab dem zweiten Satz kaum noch Beachtung. Mal wieder nicht durchgreifend genug, ihn weiter aufzuhalten, weist er dich mit nur wenigen Worten ab - verschwindet im Haus.
Du krallst dich fester an die Schere.
Oh ja, verdammt, der Kerl muss auch noch dran glauben. Die schweißigen Finger fassen den Griff fester, du klappst das Gerät auf und zu.
Schnipp Schnapp, Ohren ab. Schnipp Schnapp.
Bang, du bist tot!
Siehst ihn mit zufriedenem Grinsen an der Tür zusammensinken. Rot läuft es an der Scheibe hinunter. Er versucht sich noch festzuhalten, aber du trittst ihm in den Rücken.
Der soll bloß nicht die Wände dreckig machen, das Schwein.
Die Klinge schneidet sich genüsslich durch seine Haut. Stoppt dann. Ist wohl nicht geeignet zum Fleischschneiden. Sie bleibt in seinem Nacken stecken. Rührt sich kein Stück, egal wie stark du daran zerrst.
Resignierend wendest du dich ab. Na gut, dann halt nicht, hat er noch mal Glück gehabt.
Und du setzt dich vor der Tür auf den Steinboden. Wartest, bis er da drin aufgehört hat zu schreien. Scheiße, der soll nicht den ganzen Boden voll bluten. Musst du sonst wieder waschen, ist ja wohl nicht der Sinn der Sache.
Du siehst hin und wieder über deine Schulter. Der Kerl hört einfach nicht auf zu bluten. Mann, der soll bloß nicht so übertreiben.
Eine alte Frau geht an dir vorbei, grüßt dich mit einem Lächeln. Du grüßt freundlich zurück, drehst die Schere zwischen den Fingern.
Gibt es etwa zwei Scheren? Hast du sie wieder aus dem Nacken gezogen?
Du fragst dich, was die Alte wohl zu dem Haufen Menschenmatsch im Gang sagt - aber du hörst keine Reaktion. Siehst dich um.
Nichts mehr da. Verdammt, denkst du, das Aas ist abgehauen.
Seufzend rappelst du dich auf, schaust noch mal auf die Klingelkästen. In fein säuberlicher Handschrift stehen dort die Namen.
Schwarz auf Weiß. Mit Stockwerk hintendran. Wow, gute Arbeit. Und das alles ohne Blutflecken.
Du bist beinah stolz auf dich.
Siehst auf die Uhr. Noch früh, hast also genügend Zeit. Dir fällt ein, dass du noch einkaufen musst. Für irgendwen irgendwas in irgendeinem Laden.
Hast nicht mehr die geringste Ahnung. Musst wohl nachfragen. Und bei der Gelegenheit eine neue Schere holen.
Auf dem Weg stößt du beinah mit jemandem zusammen.
Du erkennst eine dieser alten Schachteln aus dem zweiten Stock. Genau, diese blöde verwirrte Kuh.
Man, wie die dich aufregt. Kaum sieht sie dich, fängt sie sofort wieder an.
- Der verdammte Türke hätte ihr Frühstück geklaut
- Hat wieder rumgesprüht
- Polizei holen
- Endlich mal was tun
- Ihr Leben bedroht
- Bla, Bla, Bla...
Du sagst einfach gar nichts. Die Worte kommen zu einem Ohr rein, zum anderen raus. Alles, was du hörst ist immer nur "bla bla bla"
Die Alte beschwert sich noch einige Minuten weiter. Deine Laune sinkt auf den Nullpunkt. Siehst auf die Schere in deiner Hand. Dieses verdammte Ding schneidet ja kaum Papier. Aber wenigstens mal ausprobieren...
Und du nimmst ihre Hand, beginnst penibel genau die Hand zwischen den Fingern aufzutrennen. Wie eine Naht platzt sie weiter auf, an den Fingerkuppen entlang.
Die Alte schreit. Das Blut läuft über deine Finger. Oh man, wie kann denn in einer einzigen Hand soviel Blut sein? Du verstehst es auch nicht mehr, bist einfach nur angepisst.
Das lässt du sie auch spüren. Soll sie sich doch ihren Türken sonst wohin stecken. Schneidest mit einem kräftigen Ruck in ihre Hand. Die Haut gibt nur wenig nach.
Die Schneide sinkt bis zum Anschlag in das fahle alte Fleisch ein. Aber bei den Knochen ist Ende. Nicht scharf genug.
Und du schwörst dir, nie wieder Sonderangebote zu kaufen.
In ihren Augen siehst du dein Spiegelbild. Siehst die kämpfen. Zu hohem Rosse, siehst die töten, siehst die siegen. Oh ja, ’s ist Krieg, ’s ist Krieg. Und auch Gott mag es jetzt nicht mehr aufzuhalten.
Und du musst lachen, wirst immer lauter. Hysterisches Kichern entfleucht deiner Kehle.
Du schließt die Augen.
In your head they're still fightin'
With their tanks, and their bombs
And their bombs, and their guns
In your head,
In your head they are dying

Öffnest die Augen... du stehst allein im Gang. Deine Hände zittern, die Schere liegt am Boden. Du siehst dich nach der Frau um. Aber sie ist verschwunden. Auch geflüchtet.
Pah, alles Schisser. Die haben alle nur Angst. Aber du nicht, oh nein, denn du bist stark. Du bist mächtig, jawohl. Du bist der König der Welt.
Du kicherst. Haha... diese Wahnsinnige, redet von einem Türken, den es nicht gibt. In der ganzen Gegend nicht. Redet von gestohlenem Brot, das sie nie hatte.
Einfach nur verrückt. Zu bemitleiden.
Aber du bedauerst sie nicht, ihre Dummheit hat sie sich ja wohl selbst zuzumuten. Verdammtes Miststück.
Seufzend gehst du die letzten paar Stufen und betrittst den hellen Gang. Du wendest dich nach rechts, in Richtung der Wohnung am Ende des Weges.
Das Licht am Ende des Tunnels. Wurde immer behauptet...

Das Spiel nimmt seinen Lauf...
alles lesen | 0 Kommentare | Käse - Subjekt Nummer 1090 - Zugriff verweigert | copycatX456@web.de
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